Kunden-Case-Study · Lokale KI · Warenwirtschaft

Lokale KI-Arbeitsschicht für Sage 5

Im laufenden Projekt entsteht eine natürlichsprachliche Arbeitsschicht, die bestehende Bedien- und Prozessabläufe über ein Chatfenster zugänglich machen soll. Die lokale KI wird für kontrollierte Unterstützung konzipiert, ohne zunächst eine neue umfassende Fach-API für das Warenwirtschaftssystem entwickeln zu müssen.

Betonunternehmen Burgenland, Österreich Laufendes Kundenprojekt Anonymisiert
Natürlichsprachlicher Auftrag Rollen- und Prozessprüfung Lokales Bedienwissen & RAG Vorschau & menschliche Freigabe Kontrollierter Sage-5-Ablauf

Ausgangslage

Gewachsene Warenwirtschaftssysteme enthalten viel betriebliches Wissen in Masken, Klickfolgen, Ausnahmen und persönlichen Routinen. Neue Mitarbeitende müssen nicht nur den Geschäftsprozess verstehen, sondern auch wissen, wie dieser korrekt im System ausgeführt wird. Eine neue Fach-API würde einen zusätzlichen Integrations- und Wartungspfad schaffen.

Warum kein gewöhnlicher Cloud-KI-Assistent?

Der Use Case betrifft nicht nur Textfragen, sondern konkrete Bedienzustände, Rollen und freigabepflichtige Aktionen in einem bestehenden Warenwirtschaftssystem. Ein allgemeiner Cloud-Chat kennt weder den aktuellen Sage-5-Zustand noch die erlaubten Prozessgrenzen zuverlässig. Die lokale Arbeitsschicht soll deshalb Bedienwissen, Prozessprüfung und kontrollierte Ausführung verbinden; Cloud-Komponenten sind damit nicht grundsätzlich ausgeschlossen, müssen aber bewusst gegen Daten- und Kontrollanforderungen abgewogen werden.

Ansatz des laufenden Projekts

Konkrete Sage-5-Bedien- und Prozessabläufe werden schrittweise strukturiert und für die lokale Wissensbasis vorbereitet. Die Arbeitsschicht ist dafür vorgesehen, natürlichsprachliche Aufgaben einem freigegebenen Prozess zuzuordnen, Bedienwissen bereitzustellen und eine kontrollierte UI-Ausführung vorzubereiten. Kritische Schritte sollen an Rollen, Freigaben und Nachvollziehbarkeit gebunden bleiben.

SystemkontextSage 5 als bestehendes Warenwirtschaftssystem; keine Ablösung des Kernsystems.
InteraktionsmodellNatürlichsprachliche Eingabe über ein Chatfenster statt Navigation durch jeden einzelnen Bedienpfad.
AutomatisierungAgentische UI- und Prozessautomatisierung anstelle einer neu entwickelten Fach-API.
WissenStrukturierte Modellierung von Bedien- und Prozesswissen sowie lokale RAG-/Wissensbasis.
KontrolleRollen- und Berechtigungskonzept, Human-in-the-loop-Freigaben und auditierbare Ausführung.
RuntimeLokale, containerisierbare Inferenz als Zielarchitektur für kontrollierbaren Betrieb.

Projektstand transparent getrennt

Bereits konzipiertNatürlichsprachliche Arbeitsschicht, agentische UI-/Prozessautomatisierung als Primäransatz, strukturiertes Sage-5-Bedienwissen, lokale Wissensbasis sowie Rollen-, Freigabe- und Auditgrenzen.
Aktuell in ArbeitAusgewählte Bedien- und Prozessabläufe werden modelliert und für eine kontrollierte Unterstützung über das Chatfenster vorbereitet.
Geplanter ZielzustandFreigegebene wiederkehrende Abläufe sollen mit Zustandsprüfung, Vorschau, Human-in-the-loop-Freigabe und nachvollziehbarer Protokollierung unterstützt werden.
Noch nicht gemessenProzesszeit, Erfolgs- und Abbruchquote, notwendige menschliche Eingriffe, Onboarding-Effekt und Fehlerreduktion.

Geplanter Zielablauf

1. Mitarbeitende sollen Ziel und fachlichen Kontext beschreiben
2. Die Arbeitsschicht soll den freigegebenen Prozess identifizieren
3. Lokales Bedienwissen soll Schritte, Felder und Grenzen bereitstellen
4. Das System soll die geplante Ausführung zeigen und erforderliche Freigaben anfordern
5. Der Ablauf soll kontrolliert ausgeführt und nachvollziehbar protokolliert werden

Warum eine KI-Arbeitsschicht statt einer neuen Fach-API?

Der Ansatz nutzt die vorhandenen, fachlich etablierten Bedienabläufe und macht sie leichter zugänglich. Er ist besonders interessant, wenn ein Kernsystem weiterbetrieben werden soll, die API-Abdeckung begrenzt ist oder Prozesswissen stark bei einzelnen erfahrenen Personen liegt. Gleichzeitig erfordert UI-Automatisierung robuste Zustandsprüfung, klare Abbruchregeln und menschliche Freigaben.

Daten-, Rechte- und Sicherheitsgrenzen

  • Nur ausdrücklich modellierte und freigegebene Prozesse sollen unterstützt werden.
  • Rollen und Berechtigungen sollen Kontext, sichtbare Daten und erlaubte Aktionen begrenzen.
  • Kritische oder schreibende Schritte bleiben an eine menschliche Freigabe gebunden.
  • Vor einer Ausführung sollen Zustand, erwartete Maske und notwendige Eingaben geprüft werden.
  • Unklarer Zustand, fehlende Berechtigung oder unerwartete UI-Änderungen müssen zum Abbruch statt zu einer geratenen Aktion führen.
  • Aktionen und Freigaben sollen nachvollziehbar protokolliert werden.

Bekannte Grenzen des Ansatzes

UI-Automatisierung reagiert empfindlicher auf Masken-, Feld- und Zustandsänderungen als eine stabile Fach-API. Der Ansatz ist deshalb nicht als autonome Vollautomatisierung gedacht. Jeder unterstützte Prozess benötigt eine definierte Zustandsprüfung, Abbruchregel, Berechtigungsgrenze und – bei kritischen Schritten – eine menschliche Freigabe.

Ziel und erwarteter Nutzen

  • Wiederkehrende Warenwirtschaftsprozesse leichter zugänglich machen.
  • Onboarding und Wissenstransfer vereinfachen.
  • Abhängigkeit von einzelnen Systemexpertinnen und -experten reduzieren.
  • Prozessausführung durch Rollen, Freigaben und Audit nachvollziehbar halten.
  • Sensible Betriebsdaten in einer kontrollierten lokalen Architektur verarbeiten.
Transparenz zum Projektstatus: Das Projekt läuft. Die genannten Punkte trennen den bereits konzipierten Ansatz, aktuell vorbereitete Prozessbausteine und die Zielarchitektur. Zeitersparnis, Onboarding-Effekt und Fehlerreduktion werden erst nach belastbarer Messung als Ergebnis veröffentlicht.

Messplan für die nächsten Meilensteine

MesspunktAktueller Veröffentlichungsstand
Erfolgsquote je freigegebenem ProzessNoch nicht belastbar gemessen.
Menschliche Eingriffe und FreigabenNoch nicht belastbar gemessen.
Zeit pro wiederkehrender AufgabeVorher-/Nachher-Messung ist nach einem stabilen Prozessmeilenstein vorgesehen.
Erfasste BedienabläufeEine freigegebene öffentliche Anzahl liegt noch nicht vor.
Fehler, Abbrüche und korrekt blockierte AktionenWerden erst nach definierten Testläufen als Ergebnis veröffentlicht.
Onboarding und WissenstransferProjektziel; noch kein gemessener Kundeneffekt.

Rolle von Slavko Klincov

Slavko Klincov konzipiert die lokale KI-Arbeitsschicht, die Modellierung des Sage-5-Bedienwissens, die agentische UI- und Prozessautomatisierung, die lokale Wissensbasis sowie Rollen-, Freigabe- und Auditgrenzen.